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Die Veränderungs-Formel

  • Autorenbild: VMPartner, Frank Pongé
    VMPartner, Frank Pongé
  • 28. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 18 Stunden

Erhellendes aus der Mathematik ...


Weil sie sich in der Praxis der Veränderungsberatung als wirksam erwiesen hat, wird hier kurz die "Veränderungs-Formel" vorgestellt.


Sie geht u.a. auf Richard Beckhard zurück, einem der Vordenker des heutigen Change Managements, den ich während meines Studiums in den USA näher kennenlernen durfte – beeindruckend.

 

Grunderkenntnis der Formel: Veränderungen scheitern selten an der Idee selbst, sondern daran, dass entscheidende Voraussetzungen fehlen.



Die Veränderungs-Formel bringt diese Dynamik auf den Punkt:


D × V × F > R


D Dissatisfaction:  Unzufriedenheit mit dem Status quo

V Vision:  Attraktives, klares Zukunftsbild

F First Steps:  Konkrete erste Schritte

R Resistance:  Widerstand gegen die Veränderung


Veränderung gelingt nur, wenn die drei Faktoren auf der linken Seite insgesamt stärker sind als mögliche oder konkrete Widerstände.

 

Stockt ein Veränderungsprojekt, liegt das häufig nicht an zu großem Widerstand – sondern daran, dass die anderen drei Faktoren zu schwach ausgeprägt sind:

  1. Unzufriedenheit ist gering ("Läuft doch eigentlich ganz gut ...")

  2. Vision bleibt unklar oder uninspirierend ("Wo soll das hinführen?")

  3. Konkrete und verbindliche Schritte fehlen ("Passiert hier überhaupt was?")

 

Gerade zu Beginn von Veränderungsprozessen sind solche Reaktionen typisch.

 

Ist die linke Seite der Formel zu schwach, gewinnt Widerstand die Oberhand – selbst bei grundsätzlich sinnvollen und akzeptieren Veränderungen.

 

Die mathematische Logik weitergedacht: Ist auch nur einer der drei Faktoren null – fehlt also Unzufriedenheit, ein überzeugendes Ziel oder ein gangbarer Weg –, wird das gesamte Produkt null.


Ein Veränderungsvorhaben scheitert folgerichtig, wenn bloß eine dieser Voraussetzungen fehlt oder nicht hinreichend ausgeprägt ist.



Merksatz für wirksames Veränderungsmanagement

 

Zu Beginn eines Projekts gleichzeitig – nicht nacheinander – bei allen Beteiligten:

  1. die „Weg-von“-Motivation stärken,

  2. eine attraktive „Hin-zu“-Perspektive vermitteln und

  3. konkrete erste Schritte aufzeigen.

 

Werden diese drei Punkte berücksichtigt, reduziert sich die – oft aufwendige –Bearbeitung von Widerständen auf wenige anspruchsvolle Fälle.

 

Das klingt zunächst selbstverständlich. Gerade in dieser Einfachheit liegt jedoch die Stärke des Modells: Sein Anspruch ist weder eine exakte Quantifizierung sozialpsychologischer Faktoren noch die Verwendung als operatives Steuerungsinstrument.

 


Die Veränderungs-Formal hat folgende praktische Vorteile

 

  • Einfach verständlich

In wenigen Sekunden erklärt, erzeugt sie unmittelbar Interesse und Zustimmung. – Welche Change-Theorie schafft das schon?

 

  • Ganzheitlicher Fokus

Sie macht plakativ deutlich, dass alle drei Erfolgsfaktoren gleichzeitig gestärkt werden müssen – nicht isoliert.

 

  • Vielseitig einsetzbar

Die Formel eignet sich für unterschiedliche Change-Formate: Keynotes, Coachings, Workshops, Change Stories, ... – als inspirierende Denk- und Diskussionsgrundlage. Sie ist leicht visualisierbar und "gehört" niemandem.

 

 

Effiziente Nutzung


Die Veränderungs-Formel erweist sich fast immer als anschlussfähig: Sie ist differenziert genug, um reale Situationen abzubilden, und zugleich einfach genug, um nicht als "bloße Theorie" zu gelten.

 

In der Beratungspraxis nutzen wir sie häufig als strukturierte Einladung zum Gespräch. Widerstände werden dabei weniger als "Problem" verstanden, sondern als konstruktiver Hinweis auf fehlende Orientierung, unklare Ziele oder mangelhafte Umsetzung.


Auf dieser gemeinsamen, nicht konfliktbeladenen Ausgangsbasis kann direkt an den entscheidenden Punkten gearbeitet werden. So entsteht meist schnell eine produktive inhaltliche Tiefe. Statt in Abwehr oder Rechtfertigungen abzugleiten, werden die vorhandenen Energien gezielt für die Veränderung genutzt.


Erfolgreiches Change Management ist vor allem erfolgreiches "Widerstands-Management": Widerstand nicht umgehen – sondern richtig mit ihm umgehen!

Mehr zu Widerstand: hier sowie Literatur-Info.

 


Fazit

Die Veränderungs-Formel zeigt einfach und eingängig, worauf es in Change-Projekten ankommt. Ein "Volksmodell für Veränderung" – im besten Sinne.


 

Hinweis

Wir haben für Auftraggeber und Projektverantwortliche eine kompakte Übersichtspräsentation zur Veränderungs-Formel (mit deutschen Begriffen) erstellt.

Bei Interesse: Kontakt aufnehmen


Ausblick

Eine darauf aufbauende "Change-Checkliste" folgt in einem anderen Beitrag.




 

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